Tradition

Vereinstraditionen

 

Das Allerseelensingen

Am Abend auf Allerheiligen treffen sich die Junggesellen und Allerseelensinger
in der Vereinskneipe und bereiten sich auf einen langen Marsch durch das herbstliche Enzen vor.


Sie „hummeln“ vor jeder Haustür folgendes Gebet auf:

Gott grüßt Euch all in Ehren,

die in dem Hause sind.

Gott grüßt die armen Seelen,

die im Fegefeuer sind.

Es läut', es kleppt' der armen Seelen zum Trost,

damit Gott sie aus dem Fegefeuer erlöst.

Die Gaben die ihr uns geben wollt,

die gehen euch selber an;

den Weg ins Ewge Leben,

da ist kein Zweifel dran.

 

Wir danken für die Gaben,

die ihr uns habt getan,

es werden eure Seelen

vor Gott zu komme stehn.

 

Pfarrer Blaesen schrieb dieses Lied damals nieder und auch heute wird es noch nahezu originalgetreu wiedergegeben.

Nachdem die Allerseelensinger die erste Strophe gesungen haben, erhalten sie von den Bewohnern des Hauses

eine Geldspende, die damals wie heute nach dem Singen im Wirtshaus teilweise in Bier und Speisen umgesetzt wird. 

 

Ein Großteil der Kollekte kommt jedoch der Allerseelenkasse zu Gute, aus der dann Lesungen in der Kirche

finanziert werden. Dieses Geld wird auch für die Verschönerung des Dorfes mit Blumenschmuck eingesetzt.

Besonderes Vergnügen macht das Allerseelensingen an den Häusern der aktiven und ehemaligen Mitglieder

sowie bei den Gönnern des Vereins. Dort erhält man dann ein schönes Bierchen oder ein belebendes Tröpfchen

aus der eigenen Kellerlagerung. Hier in unserer Region ist das Allerseelensingen nahezu ausgestorben. 

In der Hocheifel werden noch letzte Bemühungen angestellt, diese schöne Tradition am leben zu erhalten.

Wir als Junggesellenverein sind stolz darauf, dass wir es auch in so manchen Jahren mit einer schwachen

Beteiligung geschafft haben, diesen Brauch ununterbrochen am Leben zu erhalten.

Wir werden alles daran setzten, dass der Fortbestand dieser Tradition auch in Zukunft gewährleistet ist.


allerseelensingen 2009  

Schnappschuss beim Singen 2009

 

 

Mainacht

Am letzten Abend im April veranstalten die Junggesellen die Enzener Mainacht. Bis vor einigen Jahren

gab es Maibälle und Mädchenversteigerungen. Vor den eigentlichen Festivitäten hatte das

Maikönigspaar einen schönen Umzug durch das Dorf genießen können. Heute ist von all diesen

Brauchtümern nicht mehr viel übrig geblieben, dennoch wird die Mainacht dadurch nicht

uninteressanter für die Enzener Dorfbevölkerung und die jungen Männer aus dem Verein.

Jahr für Jahr kommen mehr Schau- und Feierlustige zur Mainacht um das Aufstellen

des feierlich geschmückten Maibaumes mitzuverfolgen. Den ganzen Abend gibt es kühle Getränke

und herzhafte Leckereien vom Grill zu sehr zivilen Preisen. In gemütlicher Atmosphäre feiert man

im familiären Rahmen in den Mai hinein. Der ein oder andere „Sesshafte“ hält es schon mal bis zur

Dämmerung an der Theke aus. Wenn der offizielle Teil beendet ist, beginnt die Partynacht

der Junggesellen.


Bis in den Morgen hinein sitzt man in uriger Runde am Lagerfeuer, bewacht den Maibaum und erzählt

sich aus der guten alten Zeit. Es ist immer wieder ein schönes Erlebnis, wenn sich unsere

Ehemaligen dazugesellen. Meist hält unser Ehrenpräsident Hermann-Josef Schäfer ein waches Auge

auf „seine Jungens“, damit auch alles reibungslos über die Bühne geht.


Nachdem die auswärtigen jungen Männer, die in Enzen einen Mai stecken oder ein Herz aufhängen

möchten, ihr „Schutzgeld“ in Höhe von 15 € oder alternativ einem Kasten Bier

(vorzugsweise Reissdorf Kölsch oder Bitburger Pils) an uns entrichtet haben, werden selbstverständlich

dörfliche Kontrollfahrten durchgeführt.


Kurz vor Sonnenaufgang macht sich ein Großteil des Clans dann auf den Weg, die eigenen Maien den

Freundinnen vor die Haustür zu stellen. Wenn dann wieder alle frühmorgens versammelt am Dorfplatz

vor der ehemaligen Gaststätte „zur Linde“ sind, gibt es von der „Oma“ nach alter Sitte

ein deftiges Katerfrühstück, damit die Aufräumarbeiten leichter fallen.

Zum Mainachtsabschluss wird dann noch mal der Grill angeschmissen und es werden die letzten Bierreserven

ausfindig gemacht. So manch durchzechte Nacht endete am ersten Mai gegen Nachmittag.

Maibaum_Aufstellen_1990_Kraftakt
Maibaum_Aufstellen_1990
Mit vereinten Kräften wird der Maibaum 1990 am Dorfplatz aufgestellt
Die Junggesellen vor dem prächtigen Dorfsmai

 

 

Kirmes

Die Hauptveranstaltung im Festkalender unseres Ortes. Wir feiern die Enzener Dorfkirmes jährlich am

vierten Wochenende im September. Wochenlange Vorbereitungen gehen diesem Happening voraus.

Es ist für die Aktiven des Vereins schon immer mehr Arbeit als Gaudi gewesen,

eine Kirmes auf die Beine zu stellen, aber insgeheim fiebert jeder einzelne spätestens Anfang September

diesem Ereignis entgegen.


Wir können froh und zugleich stolz darauf sein, dass sich unsere inaktiven und ehemaligen Kameraden

dem Verein so sehr verbunden zeigen, denn sie sind eine nicht mehr wegzudenkende Unterstützung

für uns, gerade was die Arbeit während der Festtage angeht. Eine zünftige Kirmes dauert vier Tage

und beginnt mit einer Discoparty am Freitagabend. In der Vergangenheit gab es immer

wieder schöne Mottopartys, die bei den Besuchern großen Zuspruch fanden. Wir werden uns auch in

den kommenden Jahren immer wieder etwas Neues für diesen Abend ausdenken.


Der Samstag ist geprägt vom Festzug durch das Dorf. Seit Jahren immer wieder mit von der Partie

sind unsere befreundeten Junggesellenvereine aus Eicks, Glehn und Obergartzem.

Durch die glückliche Fügung aktuell viele Neumitglieder in unseren Reihen zu haben,

werden wir wieder verstärkt andere Kirmes- und Junggesellenveranstaltungen besuchen,

damit der Festzug in den kommenden Jahren auf eine ansehnliche Größe anwachsen wird.


Die eigentliche Herausholung der Kirmes findet während des Umzuges statt.  Wir sprechen unseren

überlieferten Kirmesspruch und geleiten gemeinsam mit der gesamten Kirmesbagage die Kirmespuppe,

welche in mühevoller Handarbeit zusammengenäht wurde, ins Kirmeszelt.

Dort brennen wir ein Kirmesfeuerwerk ab und geleiten unseren Hahnenkönig zum Festball.

Einhergehend mit dem „Geburtstag“ unserer Kirche St. Kunibert Enzen beginnt der Sonntagmorgen

mit einem gemeinsamen Kirchgang und anschließender Kranzniederlegung am Ehrenmal. 

Das Tambourcorps Humor Enzen geleitet uns standesgemäß zum Festzelt.

Der Frühschoppen mit musikalischer Untermalung findet einen fließenden Übergang

zum Erbsensuppenessen und anschließendem Nachtisch bei Kaffee und Kuchen.

Für die Kinder gibt es Krambuden und Karussells oder es findet eine selbst organisierte

Kinderbelustigung statt. Ein erster Versuch wieder Leben in den seit Jahren leicht rückläufigen

Sonntagnachmittag zu bekommen, gelang 2003 auf Anhieb. Das ganze Dorf amüsierte sich bei den

Sangesversuchen der Enzener Junggesellen, deren Freundinnen sowie einigen mutigen „Talenten“

bei der ersten Karaoke Show „Enzen sucht den Superstar“. Eine nahezu fachkundige Jury bewertete auf

humoristische Art und Weise Gesang, Tanz und Choreographie.


Es war ein riesiger Spaß für alle Anwesenden. Auch in den kommenden Jahren werden wir uns die

eine oder andere Überraschung im Programm einfallen lassen, in der Hoffnung, unseren Gästen

ein paar schöne Stunden zu bescheren. Der Kirmesmontag beginnt gegen Mittag.

Wenn sich das Zelt gefüllt hat, steht eine große Verlosung an, bei der es viele schöne Preise zu

gewinnen gibt. Das eigentliche Highlight ist das Hahneköppen, bei dem unser neuer Hahnenkönig

ermittelt wird. Ist dieser gefunden, zieht meist ein improvisierter, aber sehr schmucker, kleiner Zug

durch das Dorf zum Haus des neuen Königs. Dort feiert man seine neue Regentschaft, bis es dann

wieder Richtung Zelt zum Kirmesausklang geht.


Während das Dorf am nächsten Tag den Kater kuriert, machen sich die Junggesellen ans Werk,

die Spuren der Festtage zu beseitigen. Viele Stunden voller Müh und Plag verbringen sie

beim aufräumen und säubern des Kirmesplatzes.


Am frühen Abend stärkte man sich dann für gewöhnlich in der Vereinskneipe „Die Bastei“,

um anschließend die Kirmes offiziell durch das Verbrennen der Kirmespuppe

für beendet zu erklären.

110_Jahre_JGV
Zeitungsbericht über das 100jährige Vereinsjubiläum

 

 

Fronleichnam

An Fronleichnam geht das gläubige Enzen in einer Prozession durch die Straßen unseres Dorfes.

Einige Familien und gottesfürchtige Menschen haben sich die Mühe gemacht,

mit Blumenschmuck wunderschöne Altäre herzurichten. Der Herr Pastor, der die Monstranz durch

das Dorf führt, bewegt sich größtenteils unter dem so genannten Himmel. 

Es ist seit jeher die ehrenvolle Aufgabe der Junggesellen gewesen, diesen Himmel tragen zu dürfen.


Meistens bietet sich dieser Brauch an, die Neumitglieder in das Vereinsleben zu integrieren.

Diese freuen sich unwahrscheinlich, da sie zumindest für einen Tag eine „tragende Rolle“

probehalber spielen dürfen, bevor sie eines Tages vielleicht einmal die Geschicke des Vereins

leiten werden.

Blumenaltar vor dem Dorfskreuz
Himmelträger zu Fronleichnam

 

 

Karneval

Nachdem unsere Vorfahren selbst noch sehr aktive Karnevalisten waren und sich die Mühe machten,

Weiberbälle und der gleichen zu Fastnacht zu organisieren, beschränkt sich der heutige Verein

auf das reine Vergnügen, wie es Pfarrer Blaesen ausdrücken würde. Jedes Jahr schmücken die Mitglieder

des JGV einen schönen Karnevalswagen für den Enzener Umzug.

 

In den vergangenen Jahren liefen wir unter den Mottos „Enzens Wüste(n) Söhne“, „Waldmänner“

oder auch „JGV Dschungelcamp“ mit. Auf der großen Sitzung der Enzener Karnevalsgesellschaft

konnten wir bisher immer eine große Truppe zum mitfeiern motivieren. Ein neuer Trend scheint seit

ein paar Sessionen der Besuch der Kindersitzung zu sein, bei dem sich ein paar unerschrockene

Exemplare des JGV mindestens so gut amüsiert haben, wie die lieben Kleinen.


In den vergangenen Jahren wurden intern Stimmen laut, die nach noch mehr Aktivität zur

Karnevalszeit aufriefen. So ist es nicht vermessen darüber nachzudenken, ob man in Zukunft

nicht möglicherweise die Umzüge der Nachbardörfer bereichern sollte, oder eines Tages sogar

einen Elfer-Rat zur Verfügung stellen könnte.

Hartmut__popeye__Huthmacher_Karneval_1992
JGV_Dschungelcamp
Popeye Huthmacher vor der U-92
Dschungelcamp 2004

 

 

Adventlicher Sonntag

Im Jahre 2002 wurde unter Mithilfe des Ortsvorstehers Leo Wolter sowie unseres

Ehrenpräsidenten Hermann-Josef Schäfer erstmalig ein adventlicher Sonntag zur Weihnachtszeit für

das Dorf veranstaltet. Man versammelte sich vor der ehemaligen Gaststätte „Zur Linde“

unter dem feierlich geschmückten Tannenbaum zum gemeinsamen Liedersingen unter Begleitung

des Willi Graf Blasorchesters Euskirchen.


Es gab Gebäck und Glühwein, der kostenlos an die Besucher verteilt wurde.

Die gesammelten Spenden kamen der Altenhilfe der Kölnischen Rundschau zu Gute.

Diese Aktion fand einen entsprechenden Anklang, so dass sie im Folgejahr unter Beteiligung

des ehemaligen Gesangvereins Germania Enzen wiederholt wurde.


Da sich dieser besinnliche Adventssonntag bei uns etabliert hat,

wird er auch in den kommenden Jahren wieder durchgeführt werden.


 

  fasff
  Foto für die Presse

 

 

 

 

 

Was 1993 als Erholungsmaßnahme gestresster Junggesellen begann,Center Parcs Tour

wurde bis dato lückenlos beibehalten. Es kommt nicht drauf an, ob eine Tour nach

Deutschland, Holland oder Belgien organisiert wird, entscheidend ist nur, dass man sich

für ein paar Tage hemmungslos der allgemeinen Vergnügungssucht hingeben kann.

Die mehrtägige Fahrt ist für die Mitreisenden das vielleicht schönste Erlebnis im Vereinsjahr,

weil man einfach in guter Gesellschaft einen Gang runter schalten kann.

Smile
Die lachenden Gesichter der Junggesellen!